Spiritualität und ich – mein Versuch es in Worten auszudrücken

Spiritualität und ich

Deine Spiritualität und Du 

Wenn ich es ganz kurz beantworten sollte, dann ist Spiritualität für mich, die Entdeckungsreise zu mir selbst, zu meinem Selbst.

Ich habe die Metapher der Reise gewählt, weil ich reisen liebe und gerade auf Reisen, das Empfinden habe, dann meiner Intuition mehr zu vertrauen oder mit ihr stärker in Verbindung zu sein als im Alltag. Und immer wieder bemerke, wie Dinge geschehen und sich fügen.

Spiritualität ist anzuerkennen, das es etwas nicht Sichtbares, nicht Anfassbares gibt, was dennoch da ist und keiner Erklärung durch Worte bedarf.

Meine Annäherung an das Thema Deine Spiritualität und Du

Seit der Einladung von Ivana zu Ihrer Blogparade Deine Spiritualität und Du, hat mich das Beschäftigen mit der Frage, was ist Spiritualität für mich, immer wieder angezogen. Ich habe viel dazu geschrieben, meistens handschriftlich und unstrukturiert.

Es ist das Wahrnehmen dieser, „it’s a glimpse of it Momente“, die für mich wertvoll sind.

Diesen Ausdruck „it’s a glimpse of it“, habe ich von einem Yoga-Lehrer, der ihn immer wieder erwähnt hat, um auszudrücken, das das erschließen von Erfahrungen, die man sich durch das Praktizieren von Yoga und Meditation erwartet, geprägt ist, von Momenten, wo man „so eine Ahnung bekommt“.

Oder anders ausgedrückt, es ist üben und praktizieren, jenseits davon Erwartungen an das Ergebnis zu haben. Es ist ein Entstehen lassen, indem man sich den Aufgaben des Moments widmet.

Und ganz ehrlich, als ich angefangen habe, Yoga und Meditation zu praktizieren, habe ich mich oft gefragt, wann wirkt es endlich?

Ich habe auf den Effekt gewartet, den man beim Einnehmen einer Kopfschmerz-Tablette hat.

Es hat eine ganze Weile, des Übens und Dranbleibens gebraucht, bis mir bewusst wurde, ich mache das alles nur im Kopf.

Ich war nicht in Beziehung mit meinem Körper, meinem Fühlen, über diese Erfahrung und wie es sich änderte, habe ich in diesem Artikel geschrieben.

Spiritualität hin oder her – die Zeit läuft

Nun wieder zu diesem Artikel, ich unterstellte in den letzten Wochen, viel Wissendes von mir geben zu „müssen“ und wie mein Weg war und ist.
Das wäre eine ziemlich verwirrende Geschichte, fand ich beim Blick auf meine ganzen Notizen, und für den Rahmen eines Blogartikels ungeeignet.

Heute 30.7.2016 – es naht die Deadline der Blogparade und ich beschloss, jetzt einfach los zu schreiben, dabei sind die folgenden Zeilen entstanden.

Sie sind wirklich einfach so in die Tastatur geflossen. Danach habe ich etwas gezögert, ob ich es so schreiben kann, mich so zeigen kann? Klick da ist er, mein Freund der innere Kritiker, ich habe ihm zu gehört, mich bedankt, den Text noch einmal gelesen und beschlossen er bleibt so. Ich brauche dafür weder eine Erlaubnis noch eine Begründung.

Sechs wesentliche Dinge sind mir bewusst geworden, die ich gerne als meine Erfahrung auf dem Weg hier nenne:

  •  An dem Satz, „wenn der Schüler bereit ist, erscheint auch ein Lehrer für ihn“, ist was dran. Nur manchmal dauert es etwas, bis man es merkt. Und es gibt Begegnungen, die eine Wirkung haben, die Woche, Monate oder Jahre später zum Tragen kommt.
  • Die Dinge und Aussagen, die einem, auf dem spirituellen Weg begegnen zu Überprüfen und nicht blind zu vertrauen oder zu glauben. Es geht darum mit unterscheidendem Gewahrsein an Erfahrungen heranzugehen, diesen Ausdruck habe ich in dem Buch, Rebell Buddha – Aufbruch in die Freiheit, kennengelernt. Übrigens ein sehr interessantes und impulsreiches Buch finde ich.

Diese Worte von Buddha drücken aus was ich meine:

„Glaubt den Schriften nicht, glaubt den Lehrern nicht, glaubt auch mir nicht. Glaubt nur das, was ihr selbst sorgfältig geprüft und als euch selbst und zum Wohle dienend anerkannt habt.“

  • Bemerken, wenn ich Spiritualität nutze oder be-nutze, um mich auf der mentalen Ebene „aus dem Staub zu machen“. Wenn ich dies tue bin ich nicht hier und so nicht in der Gegenwart anwesend. Den Begriff, des sich auf mentaler Ebene „aus dem Staub machen“, habe ich in dem Buch „Aus dem einen by itself, von Daniel Herbst, kennengelernt. Immer wieder lesenswert!
  • Der Weg zu sich selbst, ist eine persönliche Angelegenheit, die kann man nicht delegieren und nicht im Außen finden. Nicht in Büchern oder Apps. Es gibt nützliche und wertvolle Anregungen (und welche die es nicht sind), jedoch das Erleben und Erfahren findet Innen statt. Gelassenheit und Geduld sind wertvolle Unterstützer, sowie die Stille und die Natur schätzen zu lernen.
  • Wer sagt das? Ist eine für mich wertvolle Frage, die ich von einer meiner Lehrerinnen mit auf dem Weg geschenkt bekommen habe, um in Momenten des Zweifelns inne zu halten. Damit ist gemeint, zu betrachten, ob es bewertende oder beschränkende Gedanken sind, mit denen das kleine ich erreichen möchte, in seinem gewohnten Bereich zu bleiben. Es geht hier nicht darum, das kleine ich zum Schweigen zu bringen, es geht darum wahrzunehmen, wer sagt das.
    Für mich habe ich die Frage, um die Körper-Wahrnehmung ergänzt, zieht es mich an oder treibt es mich an?
  • Wertvoll und hilfreich ist es auf dem Weg zu sich, Selbstliebe als Haltung zu entdecken, um sich gerade in Momenten, wo es nicht so rund läuft, quasi selbst in den Arm zu nehmen und Beachtung zu schenken. Es darf so einfach sein – umarme Dich selbst! 

Spiritualität und ich – mein Versuch es in Worten auszudrücken:

Ich weiß nicht, was Spiritualität im allgemein gültigen Sinn ist.
Ich erlaube mir, die Suche nach solch einer Erklärung loszulassen.
Für mich ist es, sich selbst vorbehaltlos zu entdecken, jenseits von Bewertungen, Mustern, Fixierungen, Gewohnheiten.

Ich finde, wenn Du morgens aufwachst und den Frieden in Dir fühlst,
dann bist Du ein Stück des Weges zu Dir gegangen und eingeladen, es in diesem Moment wahrzunehmen.

Erlaube Dir, Dich an dieses Gefühl zu erinnern, wenn der Weg etwas holprig und im Nebel ist.
Erlaube Dir, Dich an dieses Gefühl zu erinnern, wenn Du das Leben „rockst“ und einen richtigen Lauf hast.
Es ist der Schatz in Dir! Wo innerer Frieden ist, ist Liebe ganz nah.

 

Du darfst von mir wissen, dass ich zum ersten Mal einen Blogartikel auf diese Art und Weise entstehen lassen habe. Über Wochen, das Thema in mir wirken lassen, viel dazu notiert und dann alle Notizen sein lassen und einfach schreiben.

„Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.“

Ich mag diese Zeilen, des Zitates von Rumi.

Es drückt für mich aus, was Spiritualität für mich ist, kann für Dich etwas ganz anderes sein und das ist vollkommen OK.

Wesentlich ist, finde ich, Dein Dich wahrnehmen mit allen Sinnen. Dich zu lieben mit allen Ecken und Kanten.

Das war mein Experiment, über mich und Spiritualität zu schreiben. Mit diesem Artikel nehme ich an Ivanas Blogparade – Spiritualität teil.

Danke Ivana, für diese Blogparade, die meinen Mut gelockt hat, einen Artikel ganz anders entstehen zu lassen.

Liebe Grüße
Jutta

PS. Fühle Dich! Entdecke Dich! Sorge für Dich! Liebe Dich!

4 Comments

  • Ivana

    Reply Reply 31. Juli 2016

    Liebe Jutta,

    vielen lieben Dank für Deinen wunderbaren Beitrag und das Teilen Deiner Gedanken.
    Und guter Umgang mit dem Kritiker – würdigen und ihn einfach mal sein lassen 😉

    Liebe Grüße,
    Ivana

    • Jutta Held

      Reply Reply 13. August 2016

      Liebe Ivana,

      entschuldige die verspätete Antwort!
      Ich dachte, diese geschrieben zu haben und habe gerade gemerkt, das da was schiefgelaufen ist oder ich geträumt habe…

      Noch einmal vielen Dank an Dich, für dieses anregende und herausfordernde Thema. Ich habe einige Zwiegespräche mit mir
      geführt auf dem Weg zu dem Artikel. Ja, und mein Kritiker Darling, hat auch ab und an dazwischen gequasselt, dann sag ich halt
      zu ihm „i mog di“ und er ist baff:)

      Ganz liebe Grüße
      Jutta

  • Ursula Maria Ruf

    Reply Reply 13. August 2016

    Hallo Jutta,
    vielen Dank für diesen wertvollen Artikel und Dein Teilen. Ja, was ist Spiritualität? Dein Artikel hat mich angeregt, mir selbst Gedanken darüber zu machen.
    Für mich ist jeder Mensch spirituell – die Meisten wissen es nicht oder wollen es nicht wissen. Es ist diese tiefe innere Gewissheit, dass es da noch mehr im Leben gibt als zu arbeiten, seinen Alltag irgendwie zu meistern.
    Mehr über meine Gedanken dazu in meinem Blog: http://ursula-maria-ruf.ch/spiritualitaet-was-ist-das-fuer-mich/

    • Jutta Held

      Reply Reply 13. August 2016

      Hallo Ursula Maria,

      gerade habe ich Deinen einfühlsamen und sehr perönlichen Artikel zu der Frage,
      „Spiritualität -was ist das für mich?“ gelesen. Ich freue, mich ein klein wenig die Anstifterin zu diesem
      Artikel gewesen zu sein:).

      Ja, ich glaube es ist einfach ein Prozess, die Bewusstseins-Kurve zu bekommen und sich statt im Aussen zu
      suchen, sich selbst zu zuwenden.

      Die folgenden Zeilen aus Deinem Artikel beschreiben es wunderbar:
      „Wir suchen Alle immer im Außen. Dort werden wir niemals finden, denn IN uns ist alles.

      Spiritualität bedeutet also für mich, das tiefe tiefe innere Wissen, dass da eine Kraft ist, eine Liebe ist, die in uns Allen ist, die uns umgibt und die uns schützt.

      Diese Kraft ist Energie, ist Licht und unendliche, bedingungslose Liebe.

      Es gibt da “Etwas”, das uns so sehr liebt – wer diese Liebe einmal gespürt hat, weiß, dass man sie nicht in Worte fassen kann.“
      – See more at: http://ursula-maria-ruf.ch/spiritualitaet-was-ist-das-fuer-mich/#sthash.sHDtF3ES.dpuf

      Vielen Dank für das Teilen Deiner Gedanken und Erfahrungen!

      Ganz herzliche Grüße in die Schweiz
      Jutta

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